„Café-concert“ – Versionsunterschied

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== Geschichte ==
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Die Café-concerts waren weder Kaffeehäuser in der Art des [[Wiener Kaffeehaus]]es, noch richtige Konzertsäle. Sie gingen ab etwa 1849 aus den ''Café-chantants'' hervor, waren jedoch deutlich größer und hatten eine gehobenere Ausstattung. Während ''Café-chantants'' meist Bars für Industriearbeiter waren, in denen ein einfaches Holzpodest als Bühne für Gesangsdarbietungen und andere Unterhaltung diente, befanden sich Café-concerts häufig in langgestreckten Sälen mit hoher Bühne und boten eine vielfältige Unterhaltung für ein breites Publikum an. Die Gäste nahmen Getränke zu sich und wandten sich dabei einem Bühnenprogramm zu, das zwischen [[Chanson]]s, [[Couplet]]s, [[Kleinkunst]] und [[Akrobatik]] wechselte - meist begleitet von einem kleinen Orchester. Zeitkritische Darbietungen wurden im Lauf der Zeit weniger, dafür gewannen erotische Einlagen ein immer größer werdendes Interesse. Ende des 19. Jahrhunderts verdrängte der englische Begriff [[Music Hall]] zunehmend die Bezeichnung Café-concert. Zu den berühmtesten Café-concerts in Paris gehörten das ''Concert des Ambassadeurs'', das ''Grand Concert Parisien'', das ''[[Bataclan|Ba-Ta-Clan]]'', das ''Eden'', das ''Eldorado'', die ''Scala'', die ''Folies Bobino'', und der ''Alcazar''.
Die Café-concerts waren weder Kaffeehäuser in der Art des [[Wiener Kaffeehaus]]es, noch richtige Konzertsäle. Sie gingen ab etwa 1849 aus den ''Café-chantants'' hervor, waren jedoch deutlich größer und hatten eine gehobenere Ausstattung. Während ''Café-chantants'' meist Bars für Industriearbeiter waren, in denen ein einfaches Holzpodest als Bühne für Gesangsdarbietungen und andere Unterhaltung diente, befanden sich Café-concerts häufig in langgestreckten Sälen mit hoher Bühne und boten eine vielfältige Unterhaltung für ein breites Publikum an. Die Gäste nahmen Getränke zu sich, rauchten und wandten sich dabei einem Bühnenprogramm zu, das zwischen [[Chanson]]s, [[Couplet]]s, [[Kleinkunst]] und [[Akrobatik]] wechselte - meist begleitet von einem kleinen Orchester. Zeitkritische Darbietungen wurden im Lauf der Zeit weniger, dafür gewannen erotische Einlagen ein immer größer werdendes Interesse. Ende des 19. Jahrhunderts verdrängte der englische Begriff [[Music Hall]] zunehmend die Bezeichnung Café-concert. Zu den berühmtesten Café-concerts in Paris gehörten das ''Concert des Ambassadeurs'', das ''Grand Concert Parisien'', das ''[[Bataclan|Ba-Ta-Clan]]'', das ''Eden'', das ''Eldorado'', die ''Scala'', die ''Folies Bobino'', und der ''Alcazar''.
Zahlreiche Maler haben in ihren Bildern Szenen aus den Café-concerts festgehalten. Zu ihnen gehören [[Honoré Daumier]], [[Edgar Degas]], [[Édouard Manet]] und [[Henri de Toulouse-Lautrec]].
Zahlreiche Maler haben in ihren Bildern Szenen aus den Café-concerts festgehalten. Zu ihnen gehören [[Honoré Daumier]], [[Edgar Degas]], [[Édouard Manet]] und [[Henri de Toulouse-Lautrec]].

Version vom 18. November 2014, 16:18 Uhr

Édouard Manet: Ecke in einem Café-concert, 1878

Das Café-concert, auch als caf’conc, Café à chansons oder Cabarets à chansons bezeichnet, war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich ein Lokal mit Varieté-Darbietungen.

Geschichte

Die Café-concerts waren weder Kaffeehäuser in der Art des Wiener Kaffeehauses, noch richtige Konzertsäle. Sie gingen ab etwa 1849 aus den Café-chantants hervor, waren jedoch deutlich größer und hatten eine gehobenere Ausstattung. Während Café-chantants meist Bars für Industriearbeiter waren, in denen ein einfaches Holzpodest als Bühne für Gesangsdarbietungen und andere Unterhaltung diente, befanden sich Café-concerts häufig in langgestreckten Sälen mit hoher Bühne und boten eine vielfältige Unterhaltung für ein breites Publikum an. Die Gäste nahmen Getränke zu sich, rauchten und wandten sich dabei einem Bühnenprogramm zu, das zwischen Chansons, Couplets, Kleinkunst und Akrobatik wechselte - meist begleitet von einem kleinen Orchester. Zeitkritische Darbietungen wurden im Lauf der Zeit weniger, dafür gewannen erotische Einlagen ein immer größer werdendes Interesse. Ende des 19. Jahrhunderts verdrängte der englische Begriff Music Hall zunehmend die Bezeichnung Café-concert. Zu den berühmtesten Café-concerts in Paris gehörten das Concert des Ambassadeurs, das Grand Concert Parisien, das Ba-Ta-Clan, das Eden, das Eldorado, die Scala, die Folies Bobino, und der Alcazar.

Zahlreiche Maler haben in ihren Bildern Szenen aus den Café-concerts festgehalten. Zu ihnen gehören Honoré Daumier, Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec.

Literatur

  • Wieland Barthelmess: Das Cafe-Concert als Thema der französischen Malerei und Graphik des ausgehenden 19. Jahrhunderts'. Berlin 1987.
  • Klaus Budzinski, Reinhard Hippen: Metzler-Kabarett-Lexikon. Stuttgart 1996, ISBN 3-476-01448-7.
  • François Caradec, Alain Weill: Le café-concert (1848-1914). Fayard, Paris 2007, ISBN 978-2-213-63124-0.

Weblinks

Commons: Café-concerts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien